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Gewerbesteuer

Vorab, Selbstständige und Freiberufler erzielen Einkünfte aus Selbstständiger Arbeit und unterliegen damit nicht der Gewerbesteuer. Einkünfte aus Gewerbebetrieb und Einkünfte im Sinne des Körperschaftssteuergesetzes unterliegen hingegen dem Gewerbesteuergesetz.

Die Gewerbesteuer ist eine der ältesten deutschen Steuern. Eine Gewerbesteuer findet man in der heutigen Zeit nicht mehr im Ausland.

Im Gewerbesteuergesetz gibt es sehr spezielle Regelungen (z.B. Hinzurechnungen, Kürzungen, Freibeträge usw.), die die Berechnung der Gewerbesteuer relativ fehleranfällig machen. Außerdem wurden die Regelungen über den Abzug der Gewerbesteuer in den letzten Jahren mehrfach verändert.

Die Gewerbesteuer darf seit dem 01.01.2008 nicht mehr als Betriebsausgabe in der Gewinn- und Verlustrechnung abgezogen werden. Einzelunternehmern und Gesellschaftern von Personengesellschaften können nun bei der Einkommensteuer die Gewerbesteuer (ggf. nur teilweise) angerechnen lassen.

Die Anrechnung der Gewerbesteuer ist wie folgt geregelt. Gemäß § 35 I EStG wird grundsätzlich die tarifliche Einkommensteuer um die Gewerbesteuer gemindert. Jedoch wird nicht immer die volle Gewerbesteuer von der Einkommensteuer abgezogen. Die Gewerbesteuer wird bis zu einem Hebesatz von maximal 380% abgezogen, d.h. Unternehmern in Gemeinden mit einem Hebesatz über 380% bleiben auf der Gewerbesteuer sitzen, die aufgrund des Hebesatzes über 380% entsteht.
Außerden wird die Gewerbesteuer nur angerechnet auf den Teil der Einkommensteuer, der aufgrund von positiven Einkünften aus Gewerbebetrieb entsteht.

All diese Änderungen der Gewerbesteuer und anderer Steuergesetze kamen durch ein 'Steuervereinfachungsgesetz'. Es ist Zeit, dass mal tatsächlich eine Steuervereinfachung erfolgt.